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4 min Lesezeit
April 15, 2026

Für ein energiesicheres Europa: Milence zeigt, welche Rolle saubere Transportkorridore spielen

  • Milence fährt mit Fahrzeugen von Daimler Truck, MAN, Volvo Trucks und Renault Trucks eine 1.000 km lange, vollelektrische Strecke von Paris nach Berlin
  • Die Tour unterstreicht die Wirtschaftlichkeit, die Nachhaltigkeitswirkung und die Bedeutung sauberer Transportkorridore für die Energiesicherheit Europas
  • Branchenvertreter und politische Entscheidungsträger kommen zusammen, um Praxisbeispiele zu diskutieren und Hindernisse beim Hochlauf emissionsfreier Güterverkehre zu adressieren

Paris, Frankreich / Amsterdam, Niederlande, 15. April 2026 – Milence, das Joint Venture von Daimler Truck, TRATON GROUP und Volvo Group, hat gemeinsam mit zentralen Branchenakteuren eine grenzüberschreitende Initiative ins Leben gerufen. Ziel ist es zu zeigen, dass elektrischer Straßengüterverkehr in Europa bereits betrieblich umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig ist.

Die „Power to Go Further Tour“ führt über 1.000 Kilometer von Paris nach Berlin – ausschließlich mit batterieelektrischen Schwerlast-Lkw, die unterwegs an Milence-Ladehubs in Saint-Witz (FR), Gent (BE), Maasmechelen (BE), Zwolle (NL), Mogendorf (DE), Kassel-Lohfelden (DE) und Vockerode (DE) laden. Damit wird einer der ersten voll betriebsfähigen sauberen Transportkorridore Europas in der Praxis vorgestellt. Sechs dieser Ladeparks werden im Rahmen der AFIF-Ausschreibung (Alternative Fuels Infrastructure Facility) von der Europäischen Union kofinanziert.

Vom 15. bis 23. April schließen sich dem Konvoi weitere Lkw führender Transportunternehmen an, die unter realen Bedingungen auf der Strecke unterwegs sind – ein weiterer Beleg für die wachsende Marktdurchdringung und den Schwung hin zu emissionsfreiem Güterverkehr.

„Die ‚Power to Go Further Tour’ ist ein Meilenstein für Milence und für die Energiewende in Europa. Sie zeigt eindrucksvoll, wie weit der elektrische Straßengüterverkehr auf dem Weg zu nachhaltigem Betrieb bereits gekommen ist. Paris–Berlin ist nur einer von vielen sauberen Transportkorridoren, die in Europa schon heute vollelektrisch und wirtschaftlich betrieben werden können“, so Anja van Niersen, CEO von Milence, zum Auftakt der Fahrt in Paris.

Elektrifizierung als Antwort auf Europas Energieherausforderung
Die jüngsten Energiepreisschwankungen haben Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen erneut deutlich gemacht – mit steigenden Kosten und wachsender Unsicherheit für Transportunternehmen. Die Elektrifizierung des schweren Straßengüterverkehrs bietet eine direkte Antwort auf beide Herausforderungen: Sie senkt die CO₂-Emissionen und ermöglicht gleichzeitig Einsparungen sowie stabilere und besser planbare Betriebskosten. Damit wird sie zu einem zentralen Faktor für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Energiesicherheit.

1.000 km – der Beweis für Wirtschaftlichkeit und Umweltleistung
Auf der gesamten Strecke zeigt die Tour, dass elektrischer Güterverkehr bereits eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Alternative zum Diesel ist:

  • Die errechneten Betriebskosten pro Lkw liegen bei 0,995 € pro Kilometer für Elektro gegenüber rund 1,003 € pro Kilometer für Diesel.*
  • Bei Nutzung erneuerbarer Energien ergibt sich eine COâ‚‚-Einsparung von bis zu 1.470 kg (bei 0,9 kg COâ‚‚/km Dieselemissionen pro Lkw).

Diese Ergebnisse belegen, dass elektrischer Güterverkehr auf zentralen europäischen Korridoren sowohl kosteneffizient als auch emissionsarm sein kann.*

Elektrischer Fernverkehr erreicht Wendepunkt
Passend zur betrieblichen Realität dieser Route bestätigt die aktuelle Gesamtbetriebskostenanalyse (TCO) von Milence: In führenden Märkten können Elektro-Lkw unter günstigen Rahmenbedingungen bereits mit dem Diesel mithalten. Politische Maßnahmen wie Mautanreize und CO₂-Bepreisung stärken den Business Case zusätzlich. Transparente Preismodelle, wie sie Milence anbietet und durch Volumenvereinbarungen ergänzt, sorgen für Kostenplanbarkeit und unterstützen die betrieblichen Anforderungen der Transportunternehmen.

Ein europaweites Netz für Europas elektrische Korridore
Milence baut Europas größtes öffentliches Ladenetzwerk speziell für den Schwerlastverkehr auf und ermöglicht damit die Entwicklung der ersten sauberen Transportkorridore auf dem Kontinent.

Mit 33 betriebsbereiten Ladehubs in acht Ländern entstehen bereits zentrale Elektrorouten zwischen großen Logistikstandorten – darunter Paris–Amsterdam, Barcelona–Lyon–Paris, Antwerpen–Stockholm und Berlin–Stuttgart. Nachhaltiger Straßenfernverkehr wird damit Realität.

Diese Korridore ermöglichen zuverlässige Fernverkehrsoperationen durch leistungsstarke Ladeinfrastruktur. Der Rollout der Megawatt-Ladetechnologie (MCS), die bereits an den Standorten Antwerpen (BE), Zwolle (NL) und Landvetter (SE) verfügbar ist, wird die Ladezeiten weiter verkürzen und die betriebliche Zuverlässigkeit erhöhen.

Jetzt ist der Moment zum Skalieren
Trotz dieser starken Dynamik bremsen fragmentierte politische Rahmenbedingungen und ungleichmäßige Fortschritte in den einzelnen Ländern die großflächige Einführung weiterhin aus. Der wirtschaftliche Nutzen wird immer deutlicher – die Herausforderung liegt jetzt in der Skalierung. Um den grenzüberschreitenden Ausbau zu beschleunigen, braucht es koordiniertes Handeln aller Mitgliedstaaten: fördernde Mautregelungen, stabile Anreize, schnellere Genehmigungsverfahren und Reformen beim Netzanschluss. Der Schlüssel liegt darin, die Erfolgsmodelle der Vorreitermärkte europaweit zu übertragen.

„Elektrischer Straßengüterverkehr wird eindeutig Realität. Die Ladeinfrastruktur entwickelt sich im Einklang mit der Marktnachfrage, und die Elektrifizierung wird zunehmend von überzeugenden wirtschaftlichen Argumenten getragen – und stärkt gleichzeitig Europas Energieresilienz und strategische Autonomie. Der Schulterschluss von Industrie und Politik ist entscheidend, um den Fortschritt zu beschleunigen und die heutigen Herausforderungen in eine strategische wirtschaftliche Chance zu verwandeln“, so Anja van Niersen, CEO von Milence, abschließend.

Achim Puchert, CEO Mercedes-Benz Trucks: „Herstellerübergreifend zeigen wir: Elektrischer Fernverkehr funktioniert. Jetzt steht im Fokus, das Ladenetz grenzüberschreitend auszubauen und Transportkorridore schnell zu skalieren.“

„Die Fahrzeuge und die Services sind bereit, nun bedarf es eines verstärkten Ausbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur in ganz Europa. Milence leistet hierzu bereits einen wichtigen Beitrag, aber auch weitere Infrastrukturanbieter und entsprechende Rahmensetzungen seitens der Politik sind für einen schnellen Ausbau des Ladenetzes essentiell. Die Antriebswende im Straßengüterverkehr kann nur gemeinsam gelingen!“, sagt Friedrich Baumann, Vorstand Sales & Customer Solutions bei MAN Truck & Bus.

„Die Milence Electric Tour zeigt, dass der Langstreckentransport mit Elektro-Lkw möglich ist, und wir sind stolz darauf, mit zwei unserer Modelle dazu beizutragen: dem Volvo FH Aero Electric und dem Renault Trucks E-Tech T. Die Elektro-Lkw der Volvo Group haben inzwischen gemeinsam über 600 Millionen Kilometer zurückgelegt, ein Nachweis für die kontinuierlichen Investitionen, die wir über viele Jahre hinweg getätigt haben, um den Übergang zu nachhaltigem Transport zu beschleunigen. Obwohl es eindeutig ist, dass der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur und alternativer Antriebslösungen weiterhin erforderlich ist, ist diese Tour ein klarer Beweis für das Engagement der Volvo Group, die Transformation hin zu emissionsfreiem Transport anzuführen.“ Magnus Broback, Leiter Lade- und Infrastrukturlösungen, Volvo Group.

*Hinweis – Der Kostenvergleich basiert auf einem Szenario mit folgenden zentralen Annahmen: Rund 97,5 % der Strecke werden auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegt. Es wird ausschließlich öffentliche Ladeinfrastruktur genutzt. Die ab Juli 2026 geltende niederländische Vrachtwagenheffing wurde berücksichtigt. Für die Dieselfahrzeuge wurde angenommen, dass sie ebenfalls an jedem Halt tanken – so ist ein direkter 1:1-Vergleich der Energiekosten gewährleistet.

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